Die altersabhängige Makuladegeneration

Folgende Themen finden Sie hier 

    



Wie äußert sich eine AMD?
Gibt es Behandlungsmöglichkeiten?
Selbsttest





In Deutschland ist die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) die Hauptursache für eine Erblindung im Rentenalter. Meist beginnt die Erkrankung um das 65. Lebensjahr an einem Auge; nicht selten ist später auch das zweite Auge betroffen. Provokative Zungen behaupten, jeder Mensch erkrankt früher oder später in irgendeiner Weise an einer altersabhängigen Makuladegeneration, er muss nur alt genug werden.

 

Wie äußerst sich eine AMD?                                    (Seitenanfang)

Es handelt sich dabei um eine Verschleißerscheinung der Netz-/Aderhaut; viele Augenärzte gebrauchen oft auch den Ausdruck Durchblutungsstörung, obwohl es sich strenggenommen um eine Anhäufung von Stoffwechsel-Abbauprodukten handelt, die zu Blutgefäß-Neubildungen führen können. Es gibt sehr unterschiedliche Verlaufsformen, wobei man zunächst grob in zwei große Gruppen unterteilt:

  • Bei der häufigeren “trockenen” Form schreitet die Erkrankung nur langsam voran und oft bleibt bis ins Alter ein normales Sehvermögen erhalten.
     
  • Bei der selteneren “feuchten” Form tritt Gewebsflüssigkeit aus und es kommt zu Verzerrt-Sehen: gerade Linien wie z.B. Türkanten erscheinen mit diesem Auge krumm und verbogen (siehe auch Selbsttest).

Bemerkt ein Patient dieses Phänomen, so sollte er schnell seinen Augenarzt aufsuchen. Platzt ein neugebildetes Blutgefäß, so ist dies mit einem dramatischen Sehverlust verbunden.

Unglücklicherweise ist die altersabhängige Makuladegeneration oft im Zentrum der Netz-/Aderhaut in der Nähe des Fleck des schärfsten Sehens (Makula) lokalisiert, so dass insbesondere das Lesevermögen leidet. Die weiter aussen liegende Netz-/Aderhaut bleibt üblicherweise von der Erkrankung verschont und damit bleibt selbst bei den ungünstigsten Verlaufsformen in aller, aller Regel für die Patienten die Orientierungsfähigkeit erhalten. Man kann an einer Makuladegeneration somit nicht erblinden!

 

Gibt es Behandlungsmöglichkeiten?                            (Seitenanfang)

Eine in jedem Falle erfolgversprechende Behandlung, mit der die Ursache der AMD behandelt werden könnte, gibt es bisher trotz aller Forschungsanstrengungen leider noch nicht. Für einige ausgesuchte Fälle der “feuchten” AMD gibt es allerdings mittlerweile etwas Hoffnung: Wichtig ist, dass die Erkrankung im Anfangsstadium ist und noch keine Blutungen und Vernarbungen aufgetreten sind. Bei einem sehr kleinen Teil der Patienten, bei denen Blutgefäß-Neubildungen außerhalb oder knapp neben dem Fleck des schärfsten Sehens liegen,

  • kann man diese bereits seit einiger Zeit mit einem Laser veröden.

Bei einem anderen kleinen Teil der Patienten, bei denen eine sogenannte klassische Blutgefäß-Neubildung vorliegt, besteht neuerdings die Möglichkeit einer

  • Photodynamischen Therapie: Dabei wird ein Farbstoff in eine Armvene inji- ziert, der mittels einer besonderen Laserbestrahlung im Auge angeregt wird, und dort zu einer Verklebung der krankhaften Blutgefäß-Neubildungen führt.

Beiden Therapie-Ansätzen gemein ist, dass sie nur für ausgewählte Formen der AMD in Betracht kommen, oft mehrfach wiederholt werden müssen und vielen Fällen eine Sehverschlechterung nur aufhalten, aber nicht ganz verhindern können. Zudem ist die Photodynamische Therapie mit sehr hohen Medikamentenkosten von mehreren Tausend DM verbunden und z.Zt. ist noch unklar, inwieweit die Krankenkassen diese übernehmen.

Einige Netzhautchirurgen versuchen neuerdings auch mit sehr aufwendigen und risikoreichen Operationen, bei denen der Glaskörper des Auges entfernt, die Blutgefäß-Neubildungen unter der Netzhaut entfernt und z.T. die Netzhaut mitsamt dem ganzen Auge gedreht werden, das Sehvermögen etwas zu bessern; leider bisher mit nur bescheidenem Erfolg.
In letzter Zeit berichten die Medien immer wieder über diese neuen Behand- lungsansätze, die sich in klinischer Erprobung befinden, zu Unrecht in etwas überschwänglicher Form, denn nach den bisher überhaupt vorliegenden Erfahrungen profitiert nur ein sehr kleiner Teil der Patienten überhaupt - und auch für diejenigen sind die Erfolgsaussichten nur gering.


VEGF, Hoffnung für alle Betroffenen

Wie schon oben erwähnt, führt die feuchte Makuladegeneration zum Wachstum krankhafter Gefässchen in der Netzhautmitte, die in weiterer Folge undicht werden. Durch Austritt von Flüssigkeit unter die Netzhaut kommt es zunächst zur Sehverschlechterung und später Vernarbung der Netzhautmitte mit unwiederbringlicher Sehverschlechterung. Ein neuer Therapieansatz besteht darin, das Wachstum der Gefässchen (Neovaskularisationen) zu hemmen oder gar rückzubilden. Dazu wird ein Medikament (Anti-VEGF wie z.B. Avastin®, Macugen® oder Lucentis®) in das Auge eingebracht, welches spezifisch auf das Wachstum von Gefässen wirkt. Die Medikamenteneingabe erfolgt unter hochsterilen Bedingungen im Op und wird zunächst 3 mal im Abstand von 4-6 Wochen vorgenommen. Mit dieser Therapie stellen sich in den meisten Fällen die z.Zt. besten Ergebnisse ein. In vielen Fällen kan eine Zunahme der Sehverschlechterung aufgehalten werden.

 

 

  • Der großen Mehrzahl der Patienten, die nicht mehr mit den oben angeführten Methoden behandelt werden kann, kann aber immerhin dadurch geholfen werden, dass man der Netzhaut und damit dem Auge ein möglichst großes Bild anbietet. Das beginnt damit, Bücher in Großdruck zu lesen oder sich die Dinge, die man ansehen möchte, nah vor die Augen zu halten. Oft helfen auch vergössernde Sehhilfen, wie z.B. extrastarke Lesebrillen, Lupen oder auch beleuchtete Standlupen.
    So kann man sich auch ganz nah vor den Fernseher setzen, ohne dass dies schädlich für die Augen wäre. Und schließlich gibt es die Möglichkeiten von speziellen Lupenbrillen und Bildschirmlesegeräten.

 

Selbsttest                                                     (Seitenanfang)

Es ist möglich, durch einen gezielten Test (Amsler-Netz), den Sie hier durchführen können, gerade Frühformen der AMD rechtzeitig zu erkennen:
Sie sollten dazu, falls bei Ihnen erforderlich, Ihre Brille tragen. Scrollen Sie das Gitternetz aus parallelen senkrechten und waagerechten Linien bitte in die Bildmitte Ihres Monitors. In der Mitte des Gitters befindet sich ein dicker Punkt, auf den Sie bitte schauen. Halten Sie sich nun mit der flachen Hand Ihr linkes Auge zu und schauen Sie nur mit dem rechten Auge auf den Punkt in der Mitte. Die Gitterlinien sollten dabei gerade und parallel verlaufen. Wiederholen Sie nun den Test für das linke Auge.

Wenn die Gitterlinien bei einem Auge nicht ganz gerade, sondern gebogen sind oder eine Delle aufweisen oder in einem Teil unscharf oder gar nicht erkennbar sein sollten, kann möglicherweise eine Frühform einer AMD vorliegen. Sie sollten dann Ihren Augenarzt aufsuchen.

 

Amsler-Netz

AMD mit zentralem Defekt

Nur wenn die Netzhautmitte gesund ist, ist ein intaktes Abbild der Umwelt möglich.

Bei der Makuladegeneration ist die Netzhautmitte defekt. Eine Erblindung erfolgt nicht, da die Netzhaut ausserhlab der Netzhautmitte (Makula) weniger oder garnicht betroffen ist.

Drusen als Frühform der AMD
Endstadium der AMD mit Makulanarbe

Die Frühform der Makula- degeneration zeigt bei der Netzhautspiegelung sog. Drusen.
Diese müssen noch nicht zu einer Sehverschlechterung führen

Das Endstadium der Makula- degeneration weist häufig zentrale Vernarbungen der Netzhautmitte auf.

Berufsverband der Augenärzte
Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft
American Academy Of Ophthalmology
Logo Aekno klein1

© Praxisklinik  Dr.med. Th. Mönks und Dr.med. H. Schmidt, Uerdinger Strasse 95, 47799 Krefeld
Tel.: 02151/8118-0  Fax 02151/8118-12  E-Mail 
Info@Augenarzt-Krefeld.de  URL Augenarzt-Krefeld.de
Stand:
19.11.2007